Foto Paul Wilhelm Marx

08.04.2022 Neuss-Grevenbroicher Zeitung von Jens Rustemeier

Paul Wilhelm „PeWe“ Marx leitet am Samstagabend in Neuss mit 91 Jahren zum letzten Mal eine Tischtennis-Partie. Danach gibt er seine Lizenz ab.

 

Für die TG Neuss ist es das letzte Saisonspiel und die Chance, sich die Vizemeisterschaft in der Regionalliga zu sichern. Für Paul Wilhelm Marx ist es das letzte Tischtennis-Spiel seiner langen Karriere, das er als Oberschiedsrichter leiten wird.

 

Wenn am Samstagabend um 18.30 Uhr die Neusser das hessische Team von der TG Obertshausen in der Sporthalle der Comenius-Gesamtschule an der Bergheimer Straße empfangen, dann wird Marx mit seinen 91 Jahren dafür sorgen, dass die Netze die richtige Höhe haben, die Schläger in Ordnung, die Spielboxen groß genug und die Aufstellungen der Teams korrekt sind. Er führt als Oberschiedsrichter noch einmal die Regie am Rande der Bande. Danach will „PeWe“ Marx, wie er selbst gerne genannt wird, seine Schiedsrichter-Lizenz abgeben. Er gilt unter Kollegen bereits jetzt als Legende im Schiedsrichterwesen. 1959 erwarb er seine erste Lizenz, 1970 wurde er Bundesschiedsrichter und 1982 stieg er zum internationalen Schiedsrichter auf.


INFO

Die lange Karriere von Paul Wilhelm Marx

Geboren 19. November 1930

1959 Erwerb der ersten Schiedsrichter-Lizenz

1965 Verbandsschiedsrichter

1970-2012 Internationaler Schiedsrichter

1971 Verdienstnadel des WTTV

1982-2012 Bundesschiedsrichter (heute Nationaler Schiedsrichter)

1985 Silberne Ehrennadel des WTTV

1998 Goldene Ehrennadel des WTTV

2007-2012 Internationaler Schiedsrichter/Behindertensport

2011 Ehrenplakette des WTTV


Paul Wilhelm Marx ist durch seine Frau Roswitha zum Tischtennis gekommen. Sie gehörte bis zum Anfang der 1970er-Jahre zur erweiterten deutschen Spitze im Damen-Bereich und spielte in Düsseldorf unter anderem mit Diane Schöler in einem Team, bevor sie später zum 1. Neusser TTC Nordstadt wechselte und 1988 zur Sportlerin des Jahres im Tischtennis-Kreis Neuss/Grevenbroich gekürt wurde. WTTV-Geschäftsführer Michael Keil, der Marx 2011 die Ehrenplakette des Westdeutschen Tischtennis-Verbandes verlieh, erzählt die Geschichte heute mit einem zwinkernden Auge so: „Er wurde quasi zwangsverpflichtet. Getreu dem Motto: Wenn ich schon jedes Mal mit dabei bin und als Zähler fungiere, dann mache ich es lieber richtig und erwerbe eine Schiedsrichter-Lizenz.“

 

Aus diesem Vorhaben entwickelte sich für Marx dann ein jahrzehntelanges Engagement für den Tischtennis-Sport. Er wurde bekannt als der Mann mit dem „grünen Jackett“. Das wollte er auch nicht ablegen, als es im DTTB eine neue Kleiderordnung gab. Auf Verbandsebene wurde dann sogar eine „Lex Marx“ eingeführt, die ihm erlaubte, weiterhin das eigentlich nicht mehr erlaubte „grüne Jackett“ zu tragen.

 

Zu den Höhepunkten seiner Karriere zählten seine Schiedsrichter-Einsätze bei den Weltmeisterschaften 1969 in München und 1989 in Dortmund. In Neuss leitete er 1999 das Länderspiel Deutschland gegen Griechenland zusammen mit Michael Keil im Schiedsrichter-Team: „Ich habe ,PeWe’ in den vielen Jahren stets als aufrichtigen und fairen Sportsmann kennen- und schätzen gelernt, der seine Spielleitungen souverän im Griff hatte“, so Keil. Allerdings weiß er aus der Szene auch, dass Marx durchaus seine Marotten hatte, vor allem dann, wenn er selbst gespielt hat. „Da war mit ihm nicht gut Kirschen essen, insbesondere wenn er sich regeltechnisch auf der sicheren Seite wähnte.“

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